Im Sep./Okt. 2001 wird groß der 1.Ruhr-Marathon für Oktober 2002 angekündigt. Bis zu diesem Tage würde ich
mich als Gelegenheitsjogger bezeichnen, der 2x die Woche "auf doof" joggen geht und bei 95 kg ( auf 189 cm Körpergröße) rumkrebst. Auch die Zigarette "nach dem Lauf" durfte damals noch nicht fehlen.
Einer inneren Eingebung folgend beschloß ich: "Jetzt mache ich mich mal schlau, wieviel ich für einen Marathon trainieren muß und ohne Rauchen schaffe ich meinen Lebenstraum wohl eher.
Das Rauchen sollte damit nie wieder ein Thema für mich werden.
Mein erster Trainingsplan für den Marathon richtete sich nach dem Buch Das 4-Stunden Programm von Ole Petersen. Aus heutiger Sicht schätze ich dieses Programm als echtes Minimalprogramm ein, aber es funktioniert.
Der 1.Ruhr-Marathon für 2002 wird verschoben, na kommt Euch das bekannt vor ? ;-) und mein Premieren-Marathon wurde dann der Münster-Marathon im Sep. 2002, der ebenfalls zum ersten Mal stattfand. Im nachhinein kann man nur sagen ein Glücksfall, die Veranstaltung in Münster ist große klasse.
Es sollte lange dauern bis ich meinen Frieden mit dem Ruhr-Marathon fand: Schließlich setzte sich die Erkenntnis durch, daß ja erst die Ankündigung dieser Veranstaltung meine Laufgeister erweckte und dafür sollte ich doch dankbar sein. Die 1.Auflage 2003 mit Ziel in Dortmund war imho auch die Beste. Es ist mir ein Rätsel warum der Veranstalter das Alleinstellungskriterium schwerster City-Marathon mit Kult-Potential aufgab !? Schade auch, daß sich die Weltstadt Dortmund nun in der Mini-Rolle des Starters begnügt und nach wenigen Metern Geschichte ist !? Die Organisatoren lassen kein Fettnäpfen aus, aber immerhin ist von der Vision eines Sternenlaufes noch ein Y übergeblieben. ;-) Die Zahl der angebotenen Wettbewerbe steigt weiter und so kann man wohl auch weiterhin Teilnehmer-Rekorde vermelden. Der Lauf selbst ist gut organisiert und da der Start unmittelbar "vor der Haustür" erfolgt ist man doch meistens entweder aktiv oder passiv dabei. Die Stimmungshochburgen sind imho Bochum und Herne. Ausnahmen bestätigen die Regel: Im Nach-Finisherbereich in Essen herrscht eine unangenehme, drangvolle Enge und auch der Läuferkäfig beim HM-Ziel in Herne ist ja inzwischen legendär.
Was esse ich am Marathon morgen ?
Natürlich eine Scheibe Weißbrot mit Honig oder Marmelade und bloß keinen Kaffee oder ? Da beides nicht auf meinem Speiseplan zu finden ist, habe ich das für mich wie folgt adaptiert: Ich esse und trinke das, was ich sonst auch immer esse und trinke. Ich trinke morgens Espresso, zubereitet mit meinem Bialetti Herdkocher (magenschonend und lecker !) und mit etwas zeitlicher Verzögerung esse ich dann mein Müsli. Das klappt wunderbar.
Leider bleibt man nicht vor gesundheitlichen Rückschlagen gefeit.April 2006: Am Ostersamstag verhebe ich mir den Rücken beim Wasserkästen schleppen, nichts geht mehr. Die ausstehenden 2 Wochen bis zur Harzquerung reichen aber, um mich mittels Verbund aus "konventioneller Therapie" laut Orthopäde und Heilpraktiker-Sitzungen rechtzeitig zum Lauf wieder hinzukriegen.
Sommer 2006: Ab den Sommerferien begleitet mich eine Schleimbeutelentzündung in der rechten Hüfte. Wie so oft hilft das Paket: kurze Laufpause in der Akutphase, gegen die Entzündung arbeiten, spez. Dehnprogramm und mein Heilpraktiker.
Saisonende 2006: Fersenschmerz ! (Behandlung siehe Lauftipps)
Davor gab es nur zwei erzählenswerte Ereignisse: Direkt nach dem 1.Ruhr-Marathon 2003 mußte ich aufkommenden falschen Trainings-Ehrgeiz mit Shin-Splits bezahlen. Das war sehr lehrreich für mich.
Im Sommer 2004 fiel dann für mich der Düsseldorf Marathon wegen Rückenproblemen ins Wasser.
Der Rücken (im Lendenwirbel-Bereich) ist von jeher mein Sorgenkind von daher gab es von Anfang an eine
Betonung auf Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur. Es dauert ne ganze Zeit bis man eine Stabilisierung erreicht, vereinzelt gibt es auch immer wieder Rückfälle, aber die Zeit dazwischen wird immer größer und die Vehemenz nimmt ab. Auf diese Entwicklung bin ich sehr stolz. Die Götter in Weiß verordneten mir in der Vergangenheit z.Bsp. eine einseitige Absatzerhöhung im Alltags-Schuh
gegen einen Beckenschiefstand oder Einlagen gegen meinen Senk-Spreiz-Fuß. Da heißt es nicht aufgeben, alles kritisch hinterfragen und vor allem sich selbst fragen. "Was ich ich jetzt für mich tun?" und so aus der passiven Ohnmachtshaltung rauskommen. Bei heftigeren Rückfällen mit meinem Rücken habe ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit einem Heilpraktiker gemacht.
Januar 2008: Ein Bandscheibenvorfall im Bereich L5/S1. Die Heilungs-Prognosen sind gut, um die 6 Wochen Laufpause komme ich nicht drum herum. Solange braucht der Körper bis die
Verletzung vernarbt. Ich krempel mein Rücken-Programm um und arbeite nun mit Pezzi- Gymnastikball und im April startet mein Pilates-Kurs, wovon ich mir viel verspreche.
Ich trainiere heute in Phasen ohne Wettkampsvorbereitung 3-4 x die Woche und komme dabei auf ~ 50-55 KM Wochenumfang. In der Marathonvorbereitung steigere ich auf Umfänge von 60 bis in der Spitze 80 KM.
Meinen Trainingsplan erstelle ich mir selbst. Man kann nicht viel falsch machen, wenn man ein paar Trainingsprinzipien
berücksichtigt. Ich laufe alle Trainingsarten morgens auf nüchternem Magen. Das klappt bei mir sehr gut.
Mein Körpergewicht hält sich ziemlich konstant um die 85 kg 86kg (Ende 07).
Die Tendenz ist hier leider negativ geworden. Weniger wäre sicher mehr, aber ich esse und trinke gern und kann mich nicht (mehr) übermäßig disziplinieren. Zu Anfang der Laufkarriere war das noch anders. :-(. Dazu kommt 2-3x Woche eine kleine Serie von Übungen für Rumpf und Rücken, für mich überlebenswichtig. Mehr Aufwand kann und *will* ich nicht für den Laufsport betreiben. Mal sehen, wie weit ich damit komme.
Auf längeren Läufen, so ab 1:45 Stunden vielleicht, muß an das regelmäßige Trinken gedacht werden, ohne wenn und aber. Ich bevorzuge normalen Gerolsteiner Sprudel, der ist magnesiumreich, hat ein annähernd 2:1 Verhältnis von Calcium und Magnesium, ist preislich im Rahmen und schmeckt gut. Das Ganze geschüttelt, nicht gerührt und mit einer Prise Salz.
Ansonsten habe ich immer auch einige Euro's dabei,
geeignet sowohl für Notfälle (telefonieren, Busheimfahrt bei Abbruch) als auch fürs Nachtanken an der Trinkhalle. ;-) Ebenso kann ein mitgeführter Energie-Riegel für den Fall der Fälle nützlich sein, wenn man mal nicht so gut drauf ist und einen Hungerast bekommt. Anfangs waren das immer Squeezie's, Ole Petersen läßt grüssen, inzwischen liebe ich
.
Platz 1: Die Harzquerung 2006: Mein erste Ultralauf: 51 km von Wernigerode nach Nordhausen mit einigen Höhenmetern. Ein ganz außergewöhnlicher Landschafts-/Cross-lauf bei außergewöhnlichem Wetter mit Schnee- u. Hagelschauer bei wenigen Grad über Null und einer außergewöhnlichen Vorbereitung: Hexenschuß-artige Rückenprobleme zwei Wochen vor Ultima lassen die Gefühle Achterbahn fahren.
Platz 2: Wien City-Marathon 2005: Ein Marathon in einer Weltstadt bei Föhnwetter, nur 5 Wochen nach dem Ruhr-Marathon und mit dem Rückflug im Nacken. Vor dem Start höre ich über die Lautsprecher meinen per Internetseite gewünschten Ultravox Titel: "Vienna". ;-)Ich mußte eigentlich schon vor dem Start mal "klein", hielt aber mangels Gelegenheit vor Ort erst mal aus. Während des Laufes stand ich dann einmal vor einem verschlossenen Dixie und im folgenden blieb es dann auf einem "aushaltbaren Niveau", sodaß ich dann erst rund 5 Stunden später im Hotel Erleichterung fand !
Platz 3: Münster-Marathon 2002: Der 1.Marathon sollte immer Mythos bleiben und nicht zerredet werden ! ;-)
Der Röntgen-Marathon 2003. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, daß mir bis zu diesem Zeitpunkt die notwendige Grundlagenausdauer für den Marathon fehlte. Dazu kamen die Höhenmeter und das kalte Regenwetter. Mein Gott, war ich anschließend fertich ! ;-)
Ich liebe Landschaftsläufe und wenn man die Familie noch für einen Wochenend Kurzurlaub erwärmen kann, dann kommt man auch mal in den Genuß entfernter Veranstaltungen. In der Regel sollte sich mein Hobby aber als Tagesausflug abwickeln lassen. Damit beschränken sich die Begehrlichkeiten: ;-) Die Marathon-Veranstaltungen in der Eifel in Monschau, Waxweiler und Einruhr stehen bei mir ganz oben auf der To-Run-Liste.
